Pressemitteilung - WVGN legt Untersuchungsbericht zum Thema Nitrat dem Rat der Stadt Neustadt vor

Der Antwortbericht zur Nitratanfrage stellt die untersuchten Varianten dar. Die beiden vom WVGN betriebenen Wasserwerke stellen die Versorgung der Kunden im Versorgungsgebiet sicher, das Wasserwerk Hagen bei Neustadt a. Rbge. stellt knapp 50 % der Gewinnungsmenge und versorgt den nördlichen Teil, leistet aber auch einen Anteil an der Versorgung im südlichen Verbandsgebiet. Das Wasser aus dem Werk in Hagen weist einen Nitratwert von ca. 39 mg/l auf, der Grenzwert nach Trinkwasserverordnung beträgt 50 mg/l.

Untersucht wurde zunächst, inwieweit durch verbandseigene Lösungen die Nitratsituation verbessert werden kann. Die Stilllegung des Brunnens mit dem höchsten Nitratwert müsste entweder durch zusätzliche Brunnen in Hagen oder Forst Esloh kompensiert werden. Geologisch bedingt sind die Möglichkeiten für nitratarme Brunnen in Hagen begrenzt, die Kapazitätserhöhung im Wasserwerk Forst Esloh im Süden des Verbandsgebietes ist aufgrund der geologischen Verhältnisse sowie der Mengenbegrenzungen im Wasserentnahmerecht ausgeschlossen. Die Variante, Wasser über benachbarte Versorger zuzukaufen, wurde ebenfalls geprüft: Hier sind die benötigten Mengen nicht vorhanden, verbindliche Liefermengen insbesondere in der aktuellen Lage der Wasserversorger (auslaufende Entnahmerechte, Klimawandel, Leitungssanierungen) können nicht vereinbart werden.

Als Alternativen verbleiben eine Aufbereitung zur Nitratentfernung oder die Erschließung neuer Gewinnungsgebiete. Letzteres stellt eine sehr langfristige Möglichkeit dar, deren Realisation ca. 10-15 Jahre benötigen würde, die Investitionskosten wären mit grob geschätzt 23 Mio. € sehr hoch. Bei dieser Alternative lassen sich aktuell keine Aussagen über Mengen und Qualitäten des Trinkwassers machen. Die mittelfristig praktikable Lösung wäre eine Aufbereitungsanlage zur Nitratentfernung. Ein stabiles und innerhalb von ca. 4-5 Jahren umzusetzendes Verfahren wäre die Umkehrosmose, die durch feine Membranen den Teil von chemischen Stoffen im Trinkwasser ausfiltert. Hierzu ist allerdings die wichtige Frage der Entsorgung der konzentrierten Stoffe noch nicht geklärt. Die Einführung würde den Wasserpreis für das gesamte Verbandsgebiet um mindestens 0,25 bis 0,31 €/m³ erhöhen. Nachteile des Verfahrens sind die Entfernung anderer Inhaltsstoffe aus dem Trinkwasser, was die Veränderung des Grundwassers bewirkt und sich auch im Geschmack bemerkbar macht.

Als Variante bliebe die Beibehaltung des Status quo. Entsprechend dem Ergebnis eines umfangreichen Messprogramms und geologischen Gutachtens ist der unmittelbare Anstieg des aktuellen Nitratwertes nicht zu erwarten. Aufgrund der geringen qualitativen Vorteile (noch deutlichere Unterschreitung des Nitratgrenzwertes) bzw. der durch die Aufbereitung entstehenden Nachteile und Kosten, sehen die Verantwortlichen des Verbandes einheitlich keinen akuten Handlungsbedarf. Der aktuelle Wert liegt deutlich unter dem Grenzwert.

Die Anfrage der Stadt Neustadt wurde durch den WVGN genutzt, die Möglichkeiten zur Nitratreduzierung im Zusammenhang mit anderen aktuellen Themenfeldern zu prüfen. Die Ergebnisse sind Teil einer umfassenden Zukunftsstrategie für den Wasserverband. Zugleich sind sie die Grundlage für konkrete Schritte für den Fall eines derzeit nicht erwarteten Nitratanstiegs im Trinkwasser.

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