Pressemitteilung - Infoveranstaltung im Neustädter Land

WVGN sieht hinsichtlich der Verwendung seines Wassers keine gesundheitlichen Einschränkungen.

Der WVGN sieht hinsichtlich der Verwendung seines Wassers keine gesundheitlichen Einschränkungen. Das zuständige Gesundheitsamt (Fachbereich Gesundheit der Region Hannover) bestätigt diese Einstellung. Aus einem Schreiben zu dem Thema vom 19.04.2017 an den WVGN ist zitiert:

„Im Zusammenhang mit dem Nitrat-Gehalt von Leitungswasser gibt es immer wieder ein Missverständnis über angebliche „Säuglingsgrenzwerte“. Bei den Vorgaben bestimmter Werte in der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung handelt es sich aber nicht um gesundheitlich begründete Grenzwerte, sondern um normierte „diätetische“ Qualitätsmerkmale, denn für die werbliche Aussage „Geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung“ ist eine deutliche Unterscheidung zu üblichen Mineralwässern eine Voraussetzung .

Das Umweltbundesamt hat im Januar 2013 – anlässlich der Einführung des Uran-Grenzwertes – dazu folgende Klarstellung veröffentlicht:

„Trinkwasser, in dem alle Grenzwerte der Trinkwasserverordnung eingehalten sind, eignet sich auch immer zur Zubereitung von Säuglingsnahrung. Frisch aus dem Hahn besitzt es optimale Qualität.

Nicht geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung sind lediglich Trinkwässer mit mehr als 50 mg/l Nitrat, mehr als 500 mg/l Sulfat, mehr als 0,01 mg/l Uran, und Trinkwasser  aus Bleileitungen.“

Das zuständige Bundesinstitut für Risikobewertung vertritt hierzu die gleiche Auffassung. Andere Informationen sind nach Auffassung des WVGN sachlich und rechtlich nicht haltbar - ganz im Gegenteil: Das Wasser des WVGN aus Hagen, hat in ca. 30 Jahren mehrere Bodenschichten durchlaufen und durch diese gefiltert wurde, weist keine bakteriologischen Beeinträchtigungen und Rückstände auf. Des Weiteren ist es gut mineralisiert und scheut keinen Vergleich mit anderen Trinkwässern.

Die von der Bürgerinitiative geforderte Lieferung von den Harzwasserwerken ist aus organisatorischen und rechtlichen Aspekten schwierig. Der WVGN hat für die Versorgung seines Gebietes zwei Wasserwerke (Wasserwerk Hagen und Wasserwerk Forst Esloh) und entsprechende Gewinnungsanlagen errichtet, die mit moderner Technik eine fast autonome Versorgung sicherstellen. Die Harzwasserwerke haben gleichfalls für ihre Weiterverteilungsaufgabe Wasserwerke errichtet, um für ihre Kunden, d.h. Wasserversorgungsunternehmen, die Wasservorhaltung sicherzustellen. Eine Zusammenarbeit ist grundsätzlich möglich, die wirtschaftlichen, technischen und rechtlichen Voraussetzungen wären von den beiden Unternehmen noch zu entwickeln. Für mögliche noch zu entwickelnde Lösungen wären die unterschiedlichen Gremien und Organe mit der Situation zu überzeugen. Während der WVGN im Rahmen der Daseinsvorsorge die Wasserversorgung seiner kommunalen Mitglieder sicherstellt, haben die privaten Harzwasserwerke Anteilseigner, die neben einer Versorgungsaufgabe auch wirtschaftliche Interessen verfolgen.

Seit 20 Jahren besteht die Kooperation mit Landwirten, die den Bereich des Wasserschutzgebietes Hagen landwirtschaftlich nutzen. Die jahrzehntelange Zusammenarbeit der beiden Partner mit unterschiedlichen Zielen trägt nun Früchte: Der Einsatz neuer Technologien, veränderte Fruchtfolgen, die Düngeberatung und das Verständnis der Beteiligten für die gegenseitigen Ziele, hat die Effizienz beim Einsatz der Düngemittel erheblich erhöht. Aufgrund des Grundwasseralters von rd. 30 Jahren erwartet der WVGN jedoch in den nächsten Jahren noch keine eklatanten Verbesserungen der Werte. Die Erfolge brauchen einen langen Atem. Er denkt vielmehr auch über Alternativen als Plan B nach: Eine Denitrifikation könnte mit einer entsprechenden Anlage erreicht werden. Neben erheblichen Investitions- und Betriebskosten würde das Trinkwasser seine jetzige frische Qualität einbüßen.

Der WVGN stellt sich der Diskussion und ist bezüglich der Nitratentwicklung sehr aufmerksam. Die möglichen Lösungen sind weder einfach noch führen diese zu eindeutig befriedigenden Ergebnissen. Da das Wasser im vollen Umfang der Trinkwasserverordnung entspricht, ist ein dringender Handlungsbedarf nicht gegeben.

Garbsen, 19.04.2017

Sebastian Kratz

Kfm. Leiter / Stellvertr. Geschäftsführer

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