Wasserverband fordert Einbeziehung in Genehmigungsverfahren
27.07.2011 11:16 von Lars Christian Burgdorff
Die Themen haben für den Verband und seine ca. 116.000 Kunden eine hohe Bedeutung, gewinnt doch der Verband sein Trinkwasser aus zwei großen Wasserwerken fast vollständig selbst.
Nach einer allgemeinen Darstellung des Risikomanagements erläuterten die Verbandsvertreter die Situation der Schiefergasbohrung im WSG Hagen. Dort ist bereits eine Bohrplattform errichtet, der Zeitpunkt für den Beginn der Erkundungsbohrung ist noch ungewiss. Die vorgesehene Fracking-Technik bedeutet eine Tiefenbohrung mit anschließendem horizontalem Aufbruch des Gesteins durch hohen Druck, um das im Stein gebundene Erdgas zu gewinnen. Die Bohrung durch wasserführenden Schichten, Undichtigkeiten sowie das Einbringen der chemischen Frac-Flüssigkeit werden als mögliche Risiken für das Grundwasser aufgezeigt. Obwohl die Firma ExxonMobil sich als erfahrenes Unternehmen darstellt, bleibt auch bei dieser Technik ein Restrisiko. Der Verband steht daher im Austausch zu Exxon Mobil und nimmt an Expertengesprächen teil, um die Risiken zu reduzieren oder im Sinne des Grundwasserschutzes aktiv zu werden.
Neben weiteren Risiken wurde besonders auf das Thema Hühnermastställe und Biogasanlagen eingegangen. Hier seien besonders die Rückstände und Havarien für die Wassergewinnung bedrohlich. Für die Vorhaben in Wasserschutzgebieten fordert der Verband:
- die rechtzeitige Einbindung des Verbandes in die Planung und in das Genehmigungsverfahren
- die Möglichkeit Einwendungen zu erheben und Vorschläge zu unterbreiten
- Beteilung bei der Formulierung von Standards
- Laufende Kontrollen der Einhaltung der Auflagen
Alternative Bezugsmöglichkeiten wie Fremdwasser bestehen, stellen nach Auffassung der Verbandsvertreter keine Lösung dar, da auch bei der Fremdwassergewinnung Einflüsse und Risiken aus der Umwelt die Qualität des Wassers negativ beeinflussen können. Am Besten sei es, bei der eigenen Gewinnung mit allen an den Vorhaben Beteiligten einvernehmliche Lösungen zu erreichen. Der Verband zeigt sich gesprächsbereit.
Garbsen, 27. Juli 2011
Sebastian Kratz
Kaufmännischer Leiter
