Positionspapier zur Schiefergas-Erkundung (Fracking) im Wasserschutzgebiet Hagen

24.08.2011 04:26 von Lars Christian Burgdorff

Außer dem Werk in Hagen betreibt der Wasserverband ein weiteres Wasserwerk in der Ortschaft Dedensen (Wasserwerk Forst Esloh). Beide Werke produzierten im vergangenen Jahr etwa 99 % der abgegebenen Reinwassermenge (ca. 5,5 Mio. m³ Trinkwasser). Damit ist der Wasserverband nahezu autark und unabhängig von Wasservorlieferanten. Dies unterstreicht die Wichtigkeit des Grundwasserschutzes als Ausgangsbasis für die Trinkwassererzeugung.

Mit einer kurzen Einführung zum allgemeinen Risikomanagement, leitet Herr Niemeyer zum Thema Schiefergaserkundung im Wasserschutzgebiet Hagen über. Einzelne Risiken der eingesetzten Frac-Technik werden erläutert, wie z. B. Durchbohren der wasserführenden Gesteinsschichten, Einbringen von mit Chemikalien angereichertem Wasser zum Öffnen des Gesteins (Frackwasser), Austausch von Lagerwässern durch Aufsprengung und Bohren (Flowback), Transport und Umgang mit chemischen Stoffen im Bereich der Bohrplattform im Wasserschutzgebiet und auf Dauer in der Erde verbleibende Gestänge und Rohre. Obwohl die Firma ExxonMobil sich als technisch erfahrenes und versiertes Unternehmen darstellt, bleibt wie bei jeder Technik ein Restrisiko. Deshalb unterstützt der Verband die in der Stellungnahme des Umweltbundesamtes festgestellte Mindestanforderung: „kein Fracking in sensiblen Gebieten (z. B. Trinkwassergewinnungsgebiete)“. 

Der Verband ist Teilnehmer an einer bundesländerübergreifenden Gesprächsrunde, einem s. g. Runden Tisch, der alle gesellschaftlich betroffenen Gruppen an dem Thema Schiefergasforderung beteiligt.

Ebenso gibt es bilaterale Gespräche mit der Firma ExxonMobil zur Absicherung gegen das Bestehende Restrisiko, sowie zur operativen Zusammenarbeit wie z. B. die Einbeziehung in Haveriepläne der Firma ExxonMobil.

Das Risikomanagementsystem des Verbandes betrachtet auch die Risiken Erdwärmegewinnung, Mastställe in Wasserschutzgebieten und Biogasanlagen. Sollten derartige Vorhaben in Wasserschutzgebieten geplant werden, fordert der Verband:
 
- die rechtzeitige Einbindung in die Planung und in das Genehmigungsverfahren,
- die Möglichkeit Einwendungen zu erheben,
- Beteilung bei der Formulierung der Standards.

Das in der europäischen Wasserrahmenrichtlinie verankerte Verschlechterungsverbot ist unbedingt einzuhalten.

Im Sinne des Grundwasserschutzes wird der Verband eigene Vorschläge zur Konkretisierung von Schutzmaßnahmen bei Bauprojekten im Wasserschutzgebiet unterbreiten. Nicht zuletzt wird die Wichtigkeit laufender Kontrollen der Einhaltung der Auflagen bestehender Anlagen unterstrichen.

 

Reinhard Niemeyer
Geschäftsführer

Ergänzung vom 26.10.2011:

ExxonMobil informiert mit der Webseite www.erdgassuche-in-deutschland.de über aktuelle Themen und anstehende Projekte. Mit der Dialogplattform dialog-erdgasundfrac.de bietet ExxonMobil zudem neue Kommunikationswege, um insbesondere den Dialog mit Anwohnern und Interessenten zu fördern.

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