Was ist was?

Trinkwasser, Mineralwasser, Quellwasser, Tafelwasser

Trinkwasser gilt rechtlich als Lebensmittel mit festgesetzten, analytisch kontrollierten Anforderungen. Gemessen am Gesamtwasserbedarf von 129 Litern pro Kopf und Tag wird Trinkwasser nur zu ca. 3% (4 l) zum Essen, Trinken und zur Nahrungszubereitung genutzt. Aber wo es benötigt wird, muss es jederzeit hygienisch und chemisch vollkommen einwandfrei sein. Trinkwasser wird überwiegend aus Grundwasser gewonnen. Manchmal ist eine geringe oder gar keine Aufbereitung nötig, weil der Boden sehr gute Filtereigenschaften besitzt.

Wird dagegen Trinkwasser aus Oberflächenwasser gewonnen, sind umfangreiche Reinigungsschritte unumgänglich. Die Trinkwasserverordnung legt für zahlreiche Stoffe Grenzwerte und Bestimmungen fest. Dazu gehören neben der Anforderung „frei von Krankheitserregern“ Grenzwerte für Nitrat (50 mg/l), Nitrit (0,1 mg/l), Pflanzenschutzmittel oder Schwermetalle sowie Stoffe, die das Wasser charakterisieren, z. B. pH-Wert oder Wasserhärte.

Mineralwasser wird aus natürlich oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen, die unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen entspringen. Ein Mineralwasser darf nur dann „Natürliches Mineralwasser“ heißen, wenn es amtlich anerkannt ist. Es muss gar nicht oder sehr wenig aufbereitet werden. Zugelassen sind nur Belüftung, Kohlensäurezusatz und Filtration, um beispielsweise Eisen zu entfernen. Im Gegensatz zum Trinkwasser gelten für natürliches Mineralwasser nur wenige Grenzwerte.

Quellwasser ist ein Wasser, das seinen Ursprung ebenfalls in unterirdischen Wasservorkommen hat. Allerdings sind die Ansprüche an die Inhaltsstoffe im Vergleich zum natürlichen Mineralwasser geringer. Hier werden keine Mindestmengen an Mineralstoffen und keine ursprüngliche Reinheit verlangt.

Tafelwasser ist eine Mischung aus Trinkwasser und Mineralwasser – also kein natürlich gewonnenes Wasser. Bezüglich seiner Beschaffenheit gelten die entscheidenden Trinkwasser-Grenzwerte für gesundheitlich relevante Stoffe.

Trinkwasser oder Mineralwasser?

Trinkwasser und Mineralwässer sind keine einheitlichen Produkte. Je nach geologischen und regionalen Gegebenheiten enthalten sie Inhaltsstoffe in unterschiedlicher Menge und Zusammensetzung. Im natürlichen Mineralwasser liegen die mittleren Konzentrationen an Mineralstoffen weit über denen des Leitungswassers.

Laut Experten spielen die Unterschiede in den Zusammensetzungen der verschiedenen Mineralwässer und Trinkwässer für Gesunde meist keine Rolle. Bei medizinischen Problemen hingegen kann der Mineralgehalt im Wasser gesundheitlich bedeutend sein. Während die Mineralisierung im Trinkwasser aufgrund der strengen Vorschriften meist unproblematisch ist, sollte beim Kauf von Mineralwasser auf seine Zusammensetzung geachtet werden(Etikett):

  • Mineralsalzgehalt
    • gering – unter 500 mg/l: geeignet für täglichen Gebrauch
    • sehr gering – unter 50 mg/l: Indikation bei Nierenstein und Bluthochdruck
    • hoch – bis zu 1.500 mg/l: nicht für den täglichen Gebrauch und nur bei medizinischer Indikation
  • Bikarbonat-Gehalt über 600 mg/l: unterstützt die enzymatischen Vorgänge der Verdauung
  • Sulfatgehalt über 200 mg/l: abführende Wirkung
  • Chloridgehalt über 200 mg/l: Wirkung auf Darmtätigkeit, Gallengänge und Leber
  • Calciumgehalt über 150 mg/l: Indikation bei Milchallergie, Schwangerschaft und Kindern in der Wachstumsphase
  • Magnesiumgehalt über 50 mg/l: geeignet bei Stress
  • Fluorgehalt über 1 mg/l: geeignet bei Osteoporose
  • Eisengehalt – zweiwertiges Eisen über 1 mg/l: geeignet bei Blutarmut
  • freies Kohlendioxid über 250 mg/l: nicht geeignet bei Magen- und Darmproblemen
  • Natriumgehalt
    • über 200 mg/l: Wirkung auf Darmtätigkeit, Gallengänge und Leber, nicht geeignet bei Bluthochdruck
    • unter 20 mg/l: z.B. bei Bluthochdruck empfohlen
  • geeignetes Wasser für die Zubereitung von Säuglingsnahrung:
    • Gehalt an Natrium: 20 mg/l
    • Gehalt an Nitrat: 10 mg/l (Nitrat wird im Magen zu Nitrit umgewandelt, das seinerseits den Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigt. Speziell im saureren Milieu des Säuglingsmagens wird Nitrat schneller in Nitrit umgewandelt.)
    • Gehalt an Nitrit: 0,02 mg/l
    • Gehalt an Sulfat: 240 mg/l
    • Gehalt an Fluorid: 1,5 mg/l

In Zeiten von Diskussionen über CO2-Emissionen und -Einsparung liegt auch der ökologische Vorteil des Trinkwassers gegenüber Mineralwasser auf der Hand: Mineralwasser wird abgefüllt, verpackt und teilweise über Landesgrenzen hinweg auf Autobahnen zum Einzelhandel transportiert. Dort wird eine weitere Logistik bereitgestellt, damit die Flaschen dem Verbraucher angeboten werden können, der dann diese wiederum nach Hause transportiert. Anschließend müssen die Flaschen entsorgt oder (bei Mehrwegflaschen) erneut transportiert und gereinigt werden.

Trinkwasser hingegen wird über das Leitungsnetz bereitgestellt, das sowieso vorhanden ist. Die Abnahme für das Trinken stellt also keinen Mehraufwand für die Umwelt dar. Damit fällt die Ökobilanz des Trinkwassers wesentlich günstiger aus als die des Mineralwassers.

Aufgesprudeltes Leitungswasser

Wer nach der obigen Beschreibung Verpackung und Transport von Mineralwasser vermeiden möchte und wem das Schleppen der Kisten zu mühsam ist, der kann sich einen Sprudelbereiter anschaffen. Diese Geräte reichern das in Flaschen abgefüllte Leitungswasser mit Kohlendioxid (Kohlensäure) aus einer nachfüllbaren Patrone an – ohne Strom. Die Kohlensäure hat zwei Vorteile: Das Wasser schmeckt besser und ist eher vor Keimen geschützt.

Aber: Achten Sie beim Zubereiten und Lagern des abgefüllten Wassers auf Hygiene! Nehmen Sie zum Aufsprudeln möglichst kaltes Wasser und lagern es anschließend im Kühlschrank. Am besten trinken Sie es noch am selben Tag aus. Die Flaschen selbst und der Abfüllapparat müssen regelmäßig mit heißem Wasser ausgespült werden.

Beim Neukauf des Gerätes beachten Sie bitte:

  • Gerät sollte kräftig aufsprudeln (viel Kohlensäure = viel Keimschutz)
  • Herstellergarantie, dass keine Weichmacherrückstände bei PET-Flaschen und andere Beeinträchtigungen zu erwarten sind (Glasflaschen sind besser geeignet!)
  • Kunststoffflaschen sollten spülmaschinengerecht sein und bei Beschädigung der Oberfläche ausgetauscht werden

Das liebe Geld

Eine Flasche Mineralwasser (1 l PET) kostet zwischen 0,18 € und 0,70 €. Dem stehen die Trinkwasserpreise mit 0,001 € bis 0,002 € je Liter wesentlich günstiger gegenüber.

Bei einem täglichem Verbrauch von 3 Litern (für 2 Personen):

  Mineralwasser Trinkwasser
Kosten pro Jahr 197,10 € bis 766,50 € 0,98 € bis 2 €

Oder andersherum: Ein Kubikmeter Trinkwasser kostet unsere Kunden rund 1 € bis 2 € im Jahr. Ein Kubikmeter Mineralwasser würde jährlich 500 € bis 700 € kosten. Allerdings kommen zum Trinkwasser meist noch Kosten für die Abwasserentsorgung hinzu – in der Regel 0,003 € bis 0,005 € pro Liter Abwasser.

Unsere Tipps

  1. Trinken Sie mindestens 1,5 Liter täglich – Mineral- oder Leitungswasser. Da das Durstempfinden mit dem Alter leider abnimmt, genau auf die aufgenommene Menge achten und „mit System auftanken“.
  2. Trinkwasser aus der öffentlichen Versorgung ist einwandfrei. Eine Belastung durch Schwermetalle ist gering. Es kann jedoch durch hausinterne Zuleitungen (z. B. Kupfer- oder Bleirohre) verändert werden. Deshalb sollte man Leitungswasser zum Trinken, für die Zubereitung von Lebensmitteln oder ähnliches vorher ablaufen lassen.
  3. Achten Sie bei selbst hergestelltem Sprudel auf Sauberkeit und Hygiene des Apparates und der Flaschen.
  4. Informieren Sie sich zur Sicherheit über die Qualität des Trinkwassers bei der Gemeinde oder den Betreibern der Wasserwerke. Aus ernährungsphysiologischer Sicht kann es wichtig sein, die Zusammensetzung des getrunkenen Wassers zu kennen – insbesondere bei Risikogruppen wie Säuglingen oder Schwangeren.
  5. Für Gesunde, die sich ausgewogenen ernähren (regelmäßig Obst, Gemüse, Milch- und Vollkornprodukte), ist der Mineralstoffgehalt gedeckt und muss nicht über Mineralwasser zugeführt werden.